Schottland per Rad im Sommer 2006
Westliche Highlands und Äußere Hebriden
Schottland. Warum ausgerechnet Schottland? Eine Frage, die mich umso mehr beschäftigen wird, je näher der Abreisetermin rücken würde…
Doch hübsch der Reihe nach. Immerhin ist es drei oder vier Jahre her, dass Schottland überhaupt als optionales Reiseziel den Weg in mein Bewußtsein fand. Und zwar war es tatsächlich eine Werbebroschüre (ist das peinlich, oder darf man das erzählen…?) des schottischen Fremdenverkehrsamtes, welche dem Spiegel beilag und welche unter anderem grandiose Photografien von sturmumtosten Steilküsten zeigte. Das gefiel mir gut und seitdem kam die Sprache immer mal wieder auf diesen nördlichsten Teil Britanniens, wenn es um Planungen für Urlaubsfahrten ging.
Zum Jahreswechsel 2005/2006 entscheiden meine Frau und ich uns für die Region als das Zielgebiet für die Sommerreise. Kurz war noch Irland im Gespräch, doch dann fällt die Wahl auf Schottland - nicht zuletzt wegen der überaus günstigen Anreisemöglichkeit mit dem Billigfluganbieter Ryanair. Das Ticket wird schon im Dezember gebucht und kostet uns beide inklusive der Fahrräder gerade einmal 335,- Euro (wobei, das muss ehrlicherweise erwähnt werden, dazu noch ein Übergepäckaufschlag von fast 100,- Euro kommen wird…).
Der lange, kalte Winter hat dafür gesorgt, dass mein Sonnenhunger in diesem Jahr immens ist. Selbst im Mai, als wir mit den Kindern eine Woche Urlaub in Ostfriesland machen, ist es kühl und unbeständig. Ich bin enttäuscht. Monatelang Kälte und Feuchtigkeit, ich habe wirklich die Nase voll.
Der erste echte Lichtblick des Jahres ist der Juni, als ich mit meiner Schwester
im Kajak über die Ostsee paddele (Link). Wat härrlich…! Und was habe ich Trottel vor, nun, da es hier in Deutschland endlich schön geworden ist?! - ich will in eines der berüchtigsten Regenlöcher Europas reisen, um dort den halben Juli im Radsattel zu verbringen. Tolle Idee.
Das geht schließlich soweit, dass ich mich bei Ryanair erkundige, ob die Tickets stornierbar sind - sie sind es nicht. Wären sie es gewesen, ich hätte sie tatsächlich zurückgegeben: Sommer und Sonne in Kiel, kinderfrei, jeden Tag auf mein Rennrad oder Schwimmtrainingseinheiten im Freibad, das scheint mir gegenwärtig die deutlich attraktivere Variante zu sein.
Allemal eine schlechte Idee wäre es allerdings gewesen, die Flugkarten verfallen zu lassen. Also halte ich fortan meinen Mund und erwarte lustlos den Tag der Abreise.
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